Jeremia 51
NLB
1 So spricht der Herr
2 Danach sende ich Fremde zu ihnen: Diese werden das Land leeren, indem sie die Menschen verjagen, so wie der Wind die Spreu verweht. An dem Tag, an dem ich das Unheil über Babel bringen werde, werde ich es von allen Seiten angreifen:
3 Seine Bogenschützen werden keine Zeit mehr haben, ihre Sehnen zu spannen; keiner wird mehr seine Rüstung anlegen können. Niemand soll verschont werden! Nehmt keine Rücksicht auf die jungen Männer: Vernichtet vollständig ihr gesamtes Heer
4 Überall im Land der Babylonier sollen die vom Schwert Erschlagenen liegen, und auf allen ihren Straßen findet man schwer Verwundete.
5 Denn der Herr
6 Flieht aus dem Herrschaftsbereich Babels! Seht zu, dass jeder sein eigenes Leben rettet, damit ihr nicht wegen Babels Sünden in das Verderben mit hineingezogen werdet! Es ist die Zeit der Rache des Herrn
7 Babel war wie ein goldener Kelch in der Hand des Herrn
8 Doch plötzlich ist Babel zu Boden gestürzt und liegt zerschmettert da: »Weint um Babel, holt Salbe für seine offenen Wunden. Vielleicht ist es ja noch zu retten!« –
9 »Wir versuchten alles, was in unserer Macht stand, um Babel zu heilen. Aber es war nichts mehr zu machen. Gebt auf, überlasst es seinem Schicksal. Kommt, wir ziehen wieder zurück in unsere Heimat. Die Strafe, die Babel trifft, ist unermesslich und grausam.« –
10 »Der Herr
11 Spitzt die Pfeile an! Ergreift die Schilde! Denn der Herr
12 Ergreift die Fahnen und eröffnet den Feldzug gegen Babel! Verschärft die Belagerung, stellt überall Posten auf und bereitet Hinterhalte! Denn der Herr
13 Du bist eine reiche Stadt, gegründet an den Ufern großer Flüsse, und besitzt großen Reichtum. Dennoch ist dein Ende nah, deine Zeit ist abgelaufen.
14 Der Herr
15 Er schuf die Welt durch seine Kraft. Er hat das Fundament der Erde in seiner Weisheit fest gegründet und hat mit überlegenem Verständnis den Himmel über ihr aufgespannt.
16 Beim Lärm des Donners lässt er Wassermassen vom Himmel herabstürzen. Er treibt die Wolken vom Ende der Erde heran und lässt im Regen Blitze herabfahren. Den Sturmwind befreit er aus seinen Kammern.
17 Jeder Mensch, der Zeuge dieser Naturgewalten wird, bleibt erschrocken stehen. Er wird Gottes große Weisheit nie begreifen können. Dann schämt sich jeder Goldschmied seines Kunstwerks: Sein Götze, den er gemacht hat, ist eine Lüge, es ist kein Hauch von Leben in ihm.
18 Diese Götzenbilder sind wertloser Plunder, lächerliche Dinge! Wenn Gott das Urteil spricht, ist es aus mit diesen Göttern.
19 Aber der Gott Israels
20 »Du bist mein Hammer und meine Streitaxt gewesen«, spricht der Herr
21 Mit dir habe ich Pferde, Reiter und Streitwagen mitsamt ihren Wagenlenkern zermalmt.
22 Mit dir zerschmetterte ich Männer und Frauen, vernichtete ich Alte und Kinder, zerschlug ich Jünglinge und Jungfrauen.
23 Mit dir zerschmetterte ich Hirten und ihre Herden, zermalmte ich Bauern mitsamt ihren Ochsengespannen und zerquetschte Statthalter und Vögte.
24 Aber jetzt will ich Babel und die Einwohner Babels bestrafen für all das Unrecht, das sie Jerusalem angetan haben«, spricht der Herr
25 Babel, du bist ein mächtiger Berg, der Zerstörung bringt, du hast Vernichtung über die ganze Erde gebracht. Aber ich greife dich jetzt an«, spricht der Herr
26 sodass du zu nichts mehr zu gebrauchen sein wirst: Aus dir wird man keine Ecksteine noch Steine fürs Fundament mehr hauen können«, spricht der Herr
27 Verankert euer Kriegsbanner in der Erde, blast die Posaunen mitten unter den Völkern als Zeichen zum Angriff! Rüstet die Völker zum Kampf gegen Babel! Sammelt die Heere von Ararat, Minni und Aschkenas, damit sie gegen Babel ausziehen! Ernennt einen Anführer, der die Heere gegen Babel führt. Eure Reiterei soll es wie ein Schwarm von borstigen Heuschrecken bedecken!
28 Armeen aller Länder sollen sich für den Kampf bereit machen, die Heere der Könige von Medien, ihre Generäle und Landpfleger sollen Babel angreifen.
29 Dann wird die Erde zittern und beben, denn der Herr
30 Die größten Helden unter den babylonischen Soldaten fürchten sich in den Krieg zu ziehen, ängstlich verstecken sie sich in ihren Bergfestungen. Sie haben gar keinen Mut mehr, sie sind schwach geworden wie Frauen. Ihre Häuser in der Stadt wurden schon von den Feinden niedergebrannt.
31 Von überallher laufen Boten zum König und bringen ihm die Nachricht, dass Babel von allen Seiten eingenommen wurde.
32 Die Furten des Euphrat, die einzigen Fluchtwege, sind vom Feind besetzt. Die Verteidigungsanlagen brennen, das Heer löst sich unweigerlich auf.
33 Denn der Herr
34 »König Nebukadnezar von Babel hat uns gefressen und vernichtet. Er hat unser Land von Menschen geleert, so wie man ein Gefäß auskippt. Er hat uns verschlungen wie ein großes Ungeheuer, hat sich mit uns den Bauch voll geschlagen und uns brutal aus unserer geliebten Heimat vertrieben.
35 Babel soll für seine Gewalttätigkeit uns gegenüber bestraft werden. Es soll genauso bluten wie wir«, klagen die Einwohner Jerusalems. Und Jerusalem fordert: »Die Bewohner Babels sollen für alles zur Rechenschaft gezogen werden, was sie uns angetan haben.«
36 Der Herr
37 Babel soll ein einziger Trümmerhaufen werden – kein Mensch wird mehr darin wohnen, einzig Schakale sollen noch dort hausen. Es soll zum Sinnbild des Entsetzens werden und ein Anlass sein zu Hohn und Spott.
38 Jetzt gebärden sich die Einwohner Babels noch wie wild: Gleich jungen Löwen brüllen sie, sie knurren drohend wie kleine Löwenkätzchen.
39 Ja, wenn ihnen vor Gier das Wasser im Mund zusammenläuft, werde ich selbst für sie ein Gelage ausrichten. Ich will sie so betrunken machen, dass sie sich nicht mehr auf den Beinen halten können, dass sie torkeln, hinfallen und vom Schlaf übermannt werden. Aber aus diesem Schlaf sollen sie nicht mehr erwachen«, spricht der Herr
40 »Ich will sie zur Schlachtbank führen wie die Lämmer oder wie die Widder und Ziegen.
41 Die Stadt Babel
42 Das Meer ist gestiegen und hat Babel überflutet; seine Wassermassen sind über Babel hereingebrochen.
43 Die Städte liegen in Trümmern: Nichts ist geblieben als eine trostlose Wüste, eine Steppe, ein menschenleeres Stück Land. Selbst die Reisenden vermeiden es, durch dieses Land zu ziehen.
44 Auch an Bel, dem Gott Babels, will ich das Urteil vollstrecken. Ich will ihm aus seinem Rachen entreißen, was er verschlungen hatte. Die Völker werden nicht mehr kommen um ihn anzubeten. Die Mauern von Babel sind gefallen.
45 Flieh aus Babel, mein Volk! Bringt euch in Sicherheit, damit ihr nicht vom glühenden Zorn des Herrn
46 Aber lasst euch nicht Angst einjagen und erschreckt nicht, wenn euch Gerüchte zu Ohren kommen. Ja, sie gehen überall im Land um. Ihr werdet mal dies hören und dann wieder etwas anderes. Es wird eine Zeit sein, in der Gewalttätigkeit herrscht, in der immer ein Herrscher versuchen wird, dem anderen seine Macht streitig zu machen.
47 Aber ihr sollt mit Sicherheit wissen: Die Zeit kommt, in der ich das Strafgericht über diese Stadt und ihre Götzen hereinbrechen lasse. Dann vergeht der Ruhm Babels – es soll vollständig übersät sein mit den Leichen seiner Einwohner.
48 Himmel und Erde und alles, was in ihnen wohnt, jubeln laut, denn von Norden her fallen Völker ins Land ein, um es zu zerstören«, spricht der Herr
49 »Babel muss zerstört werden, weil seinetwegen das Volk Israel und viele andere Völker auf der ganzen Welt vernichtet worden sind.
50 Auf, ihr Israeliten, die ihr dem Schwert Babels entkommen seid: Flieht, bleibt ja nicht hier! Vergesst den Herrn
51 »Wir wurden fürchterlich beschämt«, sagen die Menschen. »Alle Menschen haben uns verhöhnt. Wir sind vor Scham fast im Boden versunken: Fremde kamen und sind über die Heiligtümer im Tempel unseres Herrn
52 Aber der Herr
53 Selbst wenn Babel bis zum Himmel reichte und seine Stärke unermesslich wäre – dennoch würde es zerstört werden. Ich selbst würde die Feinde über es kommen lassen!«, spricht der Herr
54 Hört doch! Aus Babel ertönt ein großes Geschrei, der Lärm der Zerstörung steigt aus dem Land der Babylonier auf.
55 Der Herr
56 Plündernde Heere brechen über Babel herein: Seine Soldaten werden gefangen genommen, die Waffen in ihren Händen sind zerbrochen. Denn der Herr
57 Der König, dessen Name der Herr
58 Folgendes kündigt euch der Herr
59 Im vierten Jahr seiner Herrschaft
60 Jeremia hatte alles Unheil, was über Babel hereinbrechen sollte – nämlich alle die Worte, die auch in diesem Buch festgehalten sind – auf eine einzige Schriftrolle geschrieben.
61 Dann ermahnte er Seraja: »Lies das, was ich dir hier aufgeschrieben habe, laut vor, wenn du in Babel angekommen bist.
62 Und dann bete öffentlich und sag: › Herr
63 Wenn du dann die Schriftrolle bis zum Ende vorgelesen hast, binde einen Stein daran und wirf sie mitten in den Euphrat.
64 Dabei rufe laut aus: ›So soll auch Babel versinken! Und es wird nie wieder auftauchen. Denn ich bringe großes Unheil über das Land.‹«