Klagelieder 4
NLB
1 Wie hat das Gold seinen Glanz verloren, selbst die kostbarste Legierung ist stumpf geworden.
2 Die edlen Kinder Jerusalems
3 Selbst die Schakale geben ihren Jungen die Brust und säugen sie.
4 Ihren Säuglingen klebt vor Durst die Zunge am Gaumen.
5 Wer früher die köstlichsten Speisen aß, verhungert jetzt auf der Straße.
6 Die Schuld
7 Einst waren unsere Fürsten kerngesund, reiner als Schnee, weißer als Milch,
8 Jetzt sind sie schwärzer als Ruß; sie sind nicht mehr wiederzuerkennen.
9 Die durch das Schwert Gefallenen sind besser dran als diejenigen, die elend verhungern mussten,
10 Die liebevollsten Mütter haben ihre eigenen Kinder gekocht
11 Doch nun ist der Zorn des Herrn
12 Kein König auf Erden – ja, kein Mensch auf der ganzen Welt – hätte geglaubt,
13 Und doch geschah genau das – wegen der Sünden der Propheten und der Vergehen der Priester,
14 Wie Blinde zogen sie durch die Straßen, sie besudelten sich mit Blut,
15 »Fort mit euch!«, schrien die Leute sie an. »Ihr seid unrein! Fasst uns nicht an!«
16 Der Herr
17 Unsere Augen suchen immer noch nach Hilfe – vergeblich!
18 Wir konnten nicht auf die Straße gehen, denn man lauerte uns auf.
19 Unsere Feinde waren schneller als Adler.
20 Sie nahmen den Gesalbten des Herrn
21 Freue dich und sei fröhlich im Land Uz, Volk von Edom!
22 O Jerusalem